Frühsommer an der March



Es ist später Juni-Nachmittag in Hohenau. Die Luft ist schwül und von der Ferne ziehen, wie nun jeden Tag, Gewitterwolken auf. Ich befinde mich auf den Großen Wiesen. wo sich auf dem Streifen zwischen Hochwasserschutzdamm und Auwald eine nahezu „historische“ Landschaft erstreckt. Hier gibt es Blumenwiesen, Schilfflächen, Kopfweiden, ein kleines Wäldchen und mitten durch schlängelt sich der Lauf der Schwarzawa. Ein Landschaftsmosaik, das nicht nur das Auge des Betrachters erfreut, sondern auch einer Vielzahl an Arten Lebensraum bietet.

Langsam gehe ich entlang des Ufers der Schwarzawa, dem alten Lauf der Thaya, als diese noch nördlich von Drösing in die March mündete.
Während noch vor einem Monat etwa der Teichrohrsänger lautstark „krächzend“ seine Anwesenheit kundgetan hat, um eine Partnerin zu finden und sein Revier anzuzeigen, verhält er sich nun vergleichsweise ruhig. Nur gelegentlich vernehme ich eine kurze Strophe seines Gesangs aus dem Schilf. Kein Wunder, ist er doch, wie viele andere Vögel, mitten im Brutgeschäft oder mit der Aufzucht seiner Jungen beschäftigt.
Auch Rohrweihen brüten in den Schilfflächen. Ich kann beobachten, wie ein Männchen dem Weibchen die erbeutete Maus im Flug übergibt. In der Folge wird sie die Beute an ihre Jungen verfüttern. Verborgen und im Schatten einer alten Silberweide warte ich weiter, „ob nicht noch etwas aus dem Schilf kommt“, und tatsächlich schwimmt ein Blässhuhn mit seinen zwei Jungen nah an mir vorüber. Und so halte ich jeden Revierhinweis der Vögel am und im Wasser auf einem mitgeführten Luftbild des Gebiets fest.

In der folgenden Nacht werde ich mich, gemeinsam mit meinem Diplomarbeitsbetreuer Christian Schulze, nochmals zu den Großen Wiesen begeben, um nach dem Kleinen Sumpfhuhn & Co zu suchen. Die Suche bleibt in diesem Jahr zwar erfolglos, doch eine Nachtkartierung auf den Großen Wiesen mit dem Schnarren des Wachtelkönigs, dem Quaken der Wasserfrösche und den Rufen der Rotbauchunken im Hintergrund bleibt dennoch unvergesslich. Die Gelsen dabei nicht zu vergessen…

The Morava-Dyje Platform

Das March-Thaya (MARTHA) Forum

ist eine Kooperationsplattform von WissenschafterInnen, Natur- und Umweltschutzorganisationen, die an March und Thaya aktiv sind. Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Entwicklung in der Region voranzutreiben und aktuelle Bedrohungen von der einzigartigen Flusslandschaft im Herzen Europas abzuwenden.

Zufallsbild

Copyright: Käfer H.

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