Chytridiomykose (tödliche Amphibienkrankheit) in den March-Auen nachgewiesen

P1030080Der Erreger wurde an tropischen Arten entdeckt und hat zu dramatischen Populationseinbrüchen von Amphibien in Mittelamerika und Australien geführt. Vermutlich durch den Amphibienhandel hat sich die Krankheit innerhalb kürzester Zeit auf alle von Amphibien bewohnte Kontinente ausgebreitet und 1997 wurde das erste Massensterben von Amphibien in Europa gemeldet. Es ist daher wenig verwunderlich, dass die Chytridiomykose im „Amphibian Conservation Action Plan“ der Weltnaturschutzorganisation IUCN mit dramatischen Worten beschrieben wird: „Chytridiomykose ist die schlimmste Infektionskrankheit, die je bei Wirbeltieren festgestellt wurde, hinsichtlich der Anzahl betroffener Arten und der Fähigkeit, diese Arten zum Aussterben zu bringen“.

Im Februar 2009 wurde die Chytridiomykose erstmals an Proben österreichischer Amphibien (Rotbauchunke, Kleiner Wasserfrosch, Teichmolch) nachgewiesen (Sztatecsny unpubl.) und auch die March-Auen bei Hohenau sind betroffen. Die March-Auen zeichnen sich durch eine außergewöhnlich hohe Amphibiendiversität aus. Jedoch sind die Populationen der meisten Amphibienarten wie fast überall durch Habitatverlust und Habitatfragmentierung stark gefährdet. Die zusätzliche Bedrohung durch die Chytridiomykose könnte die Bestände weiter schwächen und schwerwiegende Folgen haben. Die Krankheit ist derzeit im Freiland nicht heilbar und unsere einzige Handhabe liegt in Hygienemaßnahmen zur Unterbindung ihrer Verbreitung durch den Menschen. Gummistiefel und feldherpetologische Ausrüstung müssen vor dem Betreten von Gewässern desinfiziert werden. Wirksame Desinfektion ist z.B. mit Virkon S ®, einem in Wasser löslichen Pulver, möglich.

Zusätzlich sollten generelle Maßnahmen zur Stärkung der Amphibienbestände ergriffen werden, da große vitale Populationen geringere Empfindlichkeit gegenüber Krankheiten aufweisen.

Ein Beitrag von Marc Sztatecsny

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