Hotspot der Vielfalt

Die March-Thaya Auen sind eine Flusslandschaft von internationaler Bedeutung. Die Aulandschaft bietet alljährlich 300 Vogelarten, Brutplätze, Nahrungsgründe oder einen wichtigen Rastplatz auf ihrem Zug. Einge Arten - vom Dünen-Stiefmütterchen bis zu urtümlichen Krebsen - kommen in Österreich überhaupt nur hier vor.

Gäste aus der Urzeit
In den 1990-er Jahren wurde der Bestand an Urzeitkrebsen (Groß-Branchiopoden) in Österreich neu erfasst. Bis auf vier Arten galt die Artengruppe zu diesem Zeitpunkt in Österreich als verschollen. Bemerkenswertes Ergebnis: 15 Arten konnten in Österreich (wieder) nachgewiesen werden. 10 davon kommen in den March-Thaya Auen vor und zwei Arten überhaupt nur hier jeweils in einem einzigen Tümpel (Chirocephalus shadini - ein Feenkrebs und Eoleptestheria ticinensis - ein Muschelschaler). Damit sind die March-Thaya Auen der absolute Hotspot des Vorkommens dieser urtümlichen Tiere. Alleine in der Schloss-Senke, in einer Wiese der Langen Luss, kommen 5 verschiedene Arten.

Uzreitkrebse brauchen dabei ganz spezielle Lebensbedingunge nämlich astatischen Gewässer - landläufig auch einfach Sutten genannt. In diesen nur kurze Zeit im Jahr wasserführenden Senken entwickelt sich die reichhaltige Fauna an Krebsen aber auch an Amphibien, von denen wiederum viele Vogelarten des Gebiets profitieren.

Die Pflanzenwelt
Auch Botaniker staunten nicht schlecht, als sie im Zuge einer Routine-Kartierung in den 1980-er Jahren gleich drei Neufunde für Österreich machten. Auf einer ehemaligen Sanddüne mitten in der Au stießen sie auf ein Dünen-Stiefmütterchen und eine unscheinbare Spörgel-Art. Insgesamt kommen im Gebiet 1.320 Pflanzenarten vor - davon 10 Arten nur hier in den March-Thaya Auen! z.B.: Hügel-Nelke, Dünen-Stiefmütterchen.

Einzigartige Flusslandschaft
March und Thaya, die sich im Dreiländereck Österreich-Slowakei-Tschechien vereinen, um nach weiteren 70 Flusskilometern bei Hainburg in die Donau zu münden, sind in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Sie gehören mit den Donauauen zu den größten weitgehend intakten Flusslandschaften, außerdem weisen sie im Gegensatz zu den anderen österreichischen Flüssen einen ausgeprägten Tieflandsfluss-Charakter und ein kontinentales Klima auf.
Die March-Thaya Auen sind aber auch eine Jahrtausende alte Kulturlandschaft, ebenso Siedlungs- wie Wirtschaftsraum. Das Nebeneinander von „intensivem Nutzungsraum“ zu „urtümlicher Wildnis“ und von den feuchtesten Flusslandschaften zu den unerwarteten Trockeninseln mit Sanddünen und Trockenrasen ist einzigartig.

Kein Wunder also,dass auch die Vegetation der Auen ihren ganz besonderen Charakter hat. Die Schmallblättrige Esche (auch March-Esche genannt) prägt hier die Auwälder, eine schier unübersehbare Vielfalt an Augewässern durchzieht die Flusslandschaft und dazwischen finden sich Brenndolden-Wiesen, die von den fast alljährlichen Überschwemmungen leben und gedeihen. Selbst die nur fragmentarisch ausgebildeten Salz-Wiesen heben sich mit Salz-Aster und Echtem Haarstrang deutlich von den ausgedehnten Salzwiesen des Seewinkels ab.

Die Vielfalt der Flusslandschaft hängt von den beiden Flüssen March und Thaya ab. Sandbänke, Uferanbrüche, Augewässer und junge Auwälder - allesamt wichtig für die seltenen Arten der Auen - können sich aber nur ausbilden, wenn sich die Flüsse dynamisch entwickeln können. Ansonsten sind viele dieser dynamsichen Lebensräume gefährdet.

The Morava-Dyje Platform

Das March-Thaya (MARTHA) Forum

ist eine Kooperationsplattform von WissenschafterInnen, Natur- und Umweltschutzorganisationen, die an March und Thaya aktiv sind. Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Entwicklung in der Region voranzutreiben und aktuelle Bedrohungen von der einzigartigen Flusslandschaft im Herzen Europas abzuwenden.

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Wiesenmahd in Marchegg

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